Java ist die bevölkerungsreichste Insel der Erde, und in ihrem Herzen pulsiert Jakarta, die Hauptstadt Indonesiens. Mit über zehn Millionen Einwohnern in der eigentlichen Stadt und rund dreißig Millionen im Ballungsraum Jabodetabek ist sie eine der größten urbanen Regionen der Welt — eine rastlose, feuchte, endlos energiegeladene Megastadt, in der Straßenhändler im Schatten gläserner Wolkenkratzer ihre Waren feilbieten.
Kota Tua: Das alte Batavia
Jakartas Geschichte beginnt in Kota Tua, der Altstadt, die die Niederländer als Batavia errichteten, die Hauptstadt ihres ostindischen Reiches. Um den gepflasterten Platz Fatahillah stehen verblasste Kolonialbauten, Museen in einstigen Lagerhäusern und das berühmte Café Batavia, wo man Kaffee zwischen hundert Jahre alten Fotografien schlürfen kann. Es ist der stimmungsvollste Winkel der Stadt, am besten zu Fuß oder auf den bunt bemalten Leihfahrrädern zu erkunden, die sich auf dem Platz sammeln.
Monas und die Symbole der Nation
Im Zentrum der Stadt ragt Monas auf, das Nationaldenkmal — ein 132 Meter hoher Marmorobelisk, gekrönt von einer vergoldeten Flamme, der an Indonesiens Unabhängigkeitskampf erinnert. Von seiner Aussichtsplattform erstreckt sich die Weite Jakartas bis zum Horizont.
In der Nähe stehen zwei der stärksten Symbole indonesischer Toleranz Seite an Seite. Die Istiqlal-Moschee ist die größte Moschee Südostasiens und fasst weit über hunderttausend Gläubige, und direkt gegenüber steht die katholische Kathedrale Jakartas. Die beiden Gotteshäuser teilen sich an großen Feiertagen sogar den Parkplatz — ein lebendiges Bild des Pluralismus Indonesiens.
Museen und grüne Rückzugsorte
- Nationalmuseum — die feinste Sammlung des Landes an Altertümern, Skulpturen und ethnografischen Schätzen.
- Taman Mini Indonesia Indah — ein weitläufiger Kulturpark, dessen Pavillons die traditionellen Häuser und Trachten jeder Provinz nachbilden.
- Museen von Kota Tua — das Wayang-Museum und das Museum der Bildenden Künste zwischen kolonialen Fassaden.
Türme, Malls und Stadtleben
Das moderne Jakarta ist eine Stadt des Ehrgeizes. Entlang der Sudirman- und Thamrin-Alleen erheben sich glänzende Türme, Fünf-Sterne-Hotels und riesige Einkaufszentren, die in der tropischen Hitze als klimatisierte Marktplätze dienen. Der Verkehr ist legendär, doch ein wachsendes Netz aus MRT, Vorortbahn und dem TransJakarta-Bus verändert, wie sich die Megastadt bewegt.
Eine Hauptstadt im Aufbruch
Jakarta steht vor ernsten Herausforderungen — Staus, Überschwemmungen und Bodenabsenkung — und als Antwort hat Indonesien eines der kühnsten Projekte seiner Geschichte begonnen: den Bau einer völlig neuen Hauptstadt, Nusantara, in den Wäldern Ost-Kalimantans auf der Insel Borneo. Die Regierung verlagert schrittweise Funktionen dorthin, doch Jakarta wird für Generationen das wirtschaftliche und kulturelle Kraftzentrum des Landes bleiben.
Bandung und das kreative Java
Jenseits von Jakarta bietet Java Städte von großem Charakter. Das kühle, im Hochland gelegene Bandung ist die Hauptstadt der Mode, des Designs und der eleganten Art-déco-Architektur, umgeben von Teeplantagen und Vulkanen. Yogyakarta und Solo hüten die klassischen Künste, während Surabaya den industriellen Osten antreibt. Zusammen zeigen sie ein Java, das zugleich uralt und durch und durch modern ist.
Praktische Tipps
Java ist gut mit Schnellzügen und Inlandsflügen verbunden. In Jakarta nutzen Sie die MRT und Fahrdienst-Apps, um den Verkehr zu umgehen, und brechen Sie früh auf, um die kühleren Morgenstunden bestmöglich zu nutzen.